Weit bekannt ist der Venusberg auf Aidlinger Gemarkung als Naturschutzgebiet und Naherholungsort. Was viele aber nicht wissen, dass hier vor 70 Jahren – 1945 – eine Funknavigationsanlage der deutschen Luftwaffe entstehen sollte. Die Fertigstellung der Anlage wurde durch das Kriegsende verhindert, doch Reste der Anlagen können heute noch entdeckt werden.
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Eine neu Info-Tafel erinnert an die Funk-Navigationsanlage auf dem Venusberg Aidlingen und würdigt ein Stück Zeitgeschichte. Bei schönem Herbstwetter wurde am 7. Oktober 2025 auf dem Aidlinger Venusberg eine neue Informationstafel zur historischen Funk-Navigationsanlage eingeweiht. Etliche Besucherinnen und Besucher und Mitglieder des Heimatgeschichtsvereins Aidlingen nahmen an der kleinen, aber feierlichen Veranstaltung teil und konnten durch die 1. Vorsitzende Dr. Tasneem Kaufmann feierlich begrüßt werden.
Bürgermeisterin Helena Österle betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung solcher Erinnerungsorte für die Gemeinde: „Wer Geschichte sichtbar macht, trägt dazu bei, dass die Identität eines Ortes lebendig bleibt.“ Die neue Tafel erinnere an ein fast vergessenes Kapitel Aidlinger Zeitgeschichte und ladet Wanderer und Spaziergänger nun zum Verweilen und Infomieren ein.
Die auf dem Venusberg ab 1944 errichtete Funk-Navigationsanlage wurde zwar nie ganz fertig gestellt und sogar auf das Kriegsende gesprengt, dennoch gibt es immer noch beindruckende Baureste zu sehen. Die Anlage sollte Piloten bei der Orientierung wichtiger Luftkorridore über Süddeutschland helfen. Der Aidlinger Standort gehörte zu einem Netz von Navigationspunkten, die präzise Funkimpulse aussenden sollte.
Die neue Informationstafel veranschaulicht anhand von Texten und historischen Fotos die Funktionsweise und Bedeutung des Drehfunkfeuers auf dem Venusberg.
Dank an alle Mitwirkenden:
Besonderer Dank gilt Frau Gertrud Breitling, auf deren Grundstück die Tafel nun steht. Sie ermöglichte den Standort und zeigte sich offen für das Vorhaben des Heimatgeschichtsvereins. Für das solide Fundament sorgte Herr Udo Stetzler, der das stabile Gerüst für die Tafel errichtete. Die ansprechende grafische Gestaltung stammt von Frau Jessica Mast, die es verstand, den Text und die Bilder in ein ansprechendes Layout zu setzte. Inhaltlich wurde das Projekt maßgeblich von Herrn Norbert Prothmann (Mitglied bei Forschungsgruppe Untertage e.V.) begleitet, der mit großem Fachwissen die Geschichte der Anlage aufarbeitete und die Texte für die Tafel verfasste. Sein Engagement machte es möglich, die technische und historische Bedeutung der Funknavigationsanlage für Aidlingen fundiert darzustellen.
Auch allen Mitgliedern des Heimatgeschichtsvereins Aidlingen gilt ein Dank, die an der Entstehung der Tafel mitgewirkt haben – sei es in der Recherche, bei der Abstimmung mit der Gemeinde und Behörden oder in der Organisation der Einweihungsfeier. Ihr gemeinsamer Einsatz zeigt, wie wertvoll ehrenamtliches Engagement für die Bewahrung der örtlichen Geschichte ist.
Mit der neuen Info-Tafel auf dem Venusberg bleibt die Erinnerung an die Funk-Navigationsanlage lebendig – und gleichzeitig wird ein Stück historische Zeitgeschichte dauerhaft in das Gedächtnis der Gemeinde Aidlingen eingebettet.
